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Emscher-Renaturierung nimmt Fahrt auf
© Henning Maier-Jantzen/EGLV

Emscher-Renaturierung nimmt Fahrt auf

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Der Fluss wurde in einem ersten Abschnitt von Abfall befreit. Neues Gemisch aus Sand und Kies als Voraussetzung für Lebensraum für Flora und Fauna

Die naturnahe Umgestaltung der Emscher zwischen der Wartburgstraße und den Emscher-Auen in Ickern schreitet voran: In einem ersten Teilbereich hat die Emschergenossenschaft den einst offenen Schmutzwasserlauf von Hinterlassenschaften der Vergangenheit befreit. In diesem rund 250 Meter langen Abschnitt nahe der Wartburgstraße wurde zudem mit einem Substratgemisch aus Sand und Kies die Sohle der Emscher angehoben – eine Voraussetzung für die Etablierung einer Artenvielfalt im zentralen Fluss des Ruhrgebietes. Insgesamt wird die Emscher in diesem Bereich auf einer Länge von 4,5 Kilometern ökologisch verbessert. In die Maßnahme zur Aufwertung der ehemaligen „Köttelbecke“ investiert der öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsverband rund vier Millionen Euro.

Mit dem Umbau der Emscher zwischen dem Natur- und Wasser-Erlebnis-Park „Emscherland“ und dem Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen an der Stadtgrenze zu Dortmund-Mengede hat die Emschergenossenschaft im April dieses Jahres begonnen. Eine bauliche Herausforderung in diesem Abschnitt ergibt sich durch die eng an den Fluss angrenzende Wohnbebauung sowie durch zahlreiche Brückenbauwerke, weswegen die Emscher hier – anders als zum Beispiel im Natur- und Wasser-Erlebnis-Park – künftig nicht weitläufig mäandern kann. Innerhalb des bestehenden Gewässerbettes hat die Emschergenossenschaft das Emscher-Profil jedoch bereits auf einer Länge von insgesamt 750 Metern aufgeweitet, indem stellenweise die sogenannte Gewässerberme abgegraben wurde. Bei der Berme handelt es sich um den letzten Absatz der Böschung kurz oberhalb des Wassers.

Begonnen wurden die Arbeiten zunächst bewusst im Bereich direkt östlich der Wartburgstraße, damit die Renaturierung des Flusses nicht mit der nun anstehenden Erneuerung der Brücke Wartburgstraße kollidieren. Mittlerweile bewegen sich die Arbeiten zur Gewässerreinigung und -umgestaltung in Richtung des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen.

In einem darauffolgenden Schritt werden an geeigneten Stellen entlang des gesamten Bauabschnittes sogenannte Buhnen in die zuvor naturferne Emscher eingebaut, welche die Strömung des Wassers so lenken und beeinflussen, dass die neue Sand-Kies-Sohle eine natürliche Struktur bekommt und dadurch Lebensbedingungen für unterschiedliche Tiere schafft.

Nach aktueller Planung der Emschergenossenschaft sollen die ökologischen Arbeiten bis Herbst 2027 abgeschlossen sein. Dann wird die einst stark begradigte und biologisch praktisch tote „Köttelbecke“ in einem weiteren Abschnitt der Vergangenheit angehören und sich wieder zu einem blauen Fluss mit grünen Ufern entwickeln können.


Emschergenossenschaft


Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen.

Info
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV)

EMSCHERGENOSSENSCHAFT UND LIPPEVERBAND
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
www.eglv.de

 

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