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Kunst am Fluss
Foto: RDN

Kunst am Fluss

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Claudia Schneider

Kunst hängt nicht nur im Museum – an der Emscher und ihren Nebenflüssen gibt es sie mitten in der Natur. Viele Werke darf man sogar anfassen! Allein ein Dutzend Kunstwerke sind Ideal zu erleben auf einer Radtour zwischen dem Hof Emscherauen in Castrop-Rauxel und dem BernePark Bottrop.

An der renaturierten Boye, einem Nebenlauf der Emscher, treffen wir eine Radfahrerin, die begeistert auf die kleinen Holzhäuschen an der Mauer zeigt: „Da sollen Fledermäuse einziehen!“ Gemeint sind die berühmten „Tree Huts“ des japanischen Künstlers Tadashi Kawamata (1). 14 Baumhäuschen hat er hier in Bottrop an einer ehemaligen Stützwand nahe der Industriestraße 61 angebracht. Sie können Vögeln Unterschlupf bieten. Ein Kunstwerk, das nicht nur schön aussieht, sondern auch der Natur guttut. Kawamata ist mit seiner Arbeit „Tree Hut on the Wall“ – kuratiert von Dr. Agnes Sawer von der Emschergenossenschaft – bereits zum zweiten Mal in der Region. Schon 2010 baute er im Rahmen der Emscherkunst an der Stadtgrenze Recklinghausen/Castrop-Rauxel „Walkway and Tower“ – einen hölzernen Aussichtsturm, der wie eine Mischung aus Architektur und Skulptur wirkt (10). Wer hochklettert, wird mit einem Blick über den neuen Natur- und Wasser-Erlebnis-Park Emscherland belohnt. Im ehemaligen Klärwerk Herne erinnert Silke Wagner mit „Glückauf“ an Bergarbeiterproteste (8).

Theater der Pflanzen

Der BernePark in Bottrop ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Das ehemalige Klärwerk an der Mündung der Berne in die Emscher wurde 1997 stillgelegt und ab 2010 in einen öffentlichen Park verwandelt – mit ganz viel Kunst, Gastronomie, Spielplatz und neuerdings auch Sportgeräten. Dort, wo früher Abwasser gereinigt wurde, blühen heute 21.000 Stauden und Gräser im begehbaren „Theater der Pflanzen“ von Piet Oudolf und Gross.Max (2). In dem zweiten Becken kann man Fische beobachten. Abends wandert ein Lichtband rund um das Wasserbecken und verleiht dem Park eine besondere Stimmung – es gehört zum Kunstwerk „Catch as catch can“, realisiert von Mischa Kuball und Lawrence Weiner. In einem weiteren Kunstwerk kann man sogar übernachten: Der Künstler Andreas Strauss hat „dasparkhotel“ erschaffen – er verwandelte fünf Kanalrohre zu außergewöhnlichen Schlafkabinen (3). Übrigens: Solche Röhrenhotels gibt es auch am Hof Emscherauen (11), wo auch das Werk „Black Circle Square“ von Massimo Bartolini (12) zu sehen ist.

Kunst zum Mitmachen

Die Schriftstellerin und Künstlerin Vera Vorneweg hat den BernePark mit zwei Textinstallationen (4) geprägt: Zur ExtraSchicht 2024 sammelte die Düsseldorferin Impressionen im Park und fasste sie in einem Text auf der geklinkerten Wand des ehemaligen Rechenhauses zusammen. 2025 wurde die Arbeit an einem Metallzaun am Ausgang des Parks erweitert. Und jetzt im September lud sie Jung und Alt zu einem Schreibworkshop in den Park. Auch an den anderen drei Höfen der Emschergenossenschaft und entlang des neuen Emscher-Weges warten außergewöhnliche Werke: Manche darf man betreten, berühren oder sogar besteigen. Andere machen Geräusche oder überraschen mit ungewöhnlichen Formen. Wer Lust hat, mehr über die Ideen der Künstlerinnen und Künstler zu erfahren und Anregungen für die nächsten Ausflüge sucht, kann sich auf den folgenden Websites gut informieren. Dort gibt es auch Anfahrtstipps.

Info
Emscher Kunstweg

emscherkunstweg.de
radrouten.eglv.de

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