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Managerin wird Mütterpflegerin
Foto: Marco Stepniak

Managerin wird Mütterpflegerin

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Angelika Herstell

Ein gesundheitlicher Tiefschlag verändert das Leben von Sabina Rosenkiewicz. Jetzt tut sie, was sie glücklich macht. Ihr neuer Beruf ist auch ihre Berufung: Mütterpflegerin.

Eigentlich brauchen Mütter ein ganzes Dorf“, sagt Sabina Rosenkiewicz, selbst Mutter zweier Kinder. „Sie brauchen Frauen, die sie in der Schwangerschaft und bei der Geburt unterstützen; Nachbarinnen und Nachbarn, die mal für sie mitkochen; erfahrene Mütter, die ihr Wissen weitergeben.“ Doch leider hätten viele Eltern heute keine Großeltern in
greifbarer Nähe; zwar weit verstreute soziale Kontakte, aber niemanden in der Nachbarschaft. „Wir leben heute anders als früher. Wir Mütterpflegerinnen wollen das Dorf ersetzen.“

Ein Gewinn für junge Familien

Sabina Rosenkiewicz geht in die Familien. Sie kümmert sich um alle Beteiligten, unterstützt ganz praktisch, begleitet beispielsweise die jungen Mütter beim ersten Spaziergang mit Kinderwagen. Sie ist erfahren, strahlt Ruhe aus. Sabina Rosenkiewicz arbeitet naturverbunden und greift, wenn es zur Situation passt, auf Hausmittel aus ihrer persönlichen Naturapotheke zurück. Sie spricht sich mit den Hebammen ab, gibt Tipps für den Umgang mit den Babys, leitet Entspannungsübungen an. Manchmal macht sie auch den Abwasch. Ganz einfach.

Die 38-Jährige hat sich mit „Mama.Lavena“ in Castrop-Rauxel selbständig gemacht. Als Mütterpflegerin befindet sie sich noch bis März in der Ausbildung und praktiziert dementsprechend aktuell etwas preisgünstiger. Zuschüsse für die Besuche einer Mütterpflegerin können bei der Krankenkasse beantragt werden, etwa so, wie man auch Haushaltshilfen beatragen kann. Voraussetzung ist eine medizinische Indikation.

Sich beim Erstgespräch entspannt kennenlernen

Sabina Rosenkiewiecz kommt kostenlos zum Erstgespräch nach Hause und lotet auch die Finanzierungsmöglichkeiten aus. „Wer eine Mütterpflegerin bestellt, der tut sich und seiner Familie langfristig etwas Gutes“, ist ihre feste Überzeugung. So werde etwa auch die Gefahr, depressiv zu werden oder unter Traumata zu leiden, eingedämmt; also mögliche Begleiterscheinungen von Schwangerschaft und Geburt, die leider häufiger auftreten. „Ich ermutige Familien dazu, sich zur Geburt von Freunden und Verwandten Unterstützung im Alltag schenken zu lassen – etwa durch eine Mütterpflegerin, wie mich. Das hilft mehr als ein Paket Windeln.

Durch die Krise ihre Berufung entdeckt

Mit dem Job wird man nicht reich. Sicherlich. Aber Sabina Rosenkiewicz ist hochzufrieden. Früher war sie „senior account manager for digital solutions“ bei einem Telekommunikationsanbieter, verdiente gutes Geld, war im Außendienst tätig, und fuhr einen Dienstwagen. Doch sie wurde schwer krank, hatte einen Hirntumor, einen langen Krankenhausaufenthalt und somit viel Zeit nachzudenken. Ihr Leben hat die Ex-Managerin komplett auf den Kopf gestellt. Jetzt ist sie Mütterpflegerin und Yogalehrerin mit ganzem Herzen und voller Überzeugung. „Vielleicht war diese schwere gesundheitliche Krise ja notwendig, damit ich lerne, wer ich eigentlich bin“, sagt Sabina Rosenkiewicz.

Mütterpflege ist kein Luxusgut

Sie wünscht sich, dass sich herumspricht, dass es Mütterpflegerinnen überhaupt gibt. Und dass Frauen deren Dienste selbstbewusst in Anspruch nehmen. „Dass sie wissen, dass sie nicht alles alleine machen müssen und sich nicht schämen, sich helfen zu lassen, denn Mütterpflege ist kein Luxusgut, sondern eine gesundheitlich notwendige Unterstützung, die hilft, körperlich zu heilen, und nach der Geburt im Familienleben anzukommen.“

Info
Sabina Rosenkiewicz

0172 473 15 35
hallo@mamalavena.com
Instagram: @Mama.lavena

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