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Mehr Komfort am Emscher-Weg
© Patricia Bender/EGLV

Mehr Komfort am Emscher-Weg

Lesedauer: ca. 3 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Rund vier Kilometer des Emscher-Wegs in Castrop-Rauxel werden asphaltiert und damit komfortabler für Radfahrer und Spaziergänger.

Gemeinsam mit der Stadt Castrop-Rauxel verbessert die Emschergenossenschaft den Fahrkomfort auf dem Emscher-Weg im Stadtgebiet. Auf einer Länge von rund vier Kilometern wird der Weg asphaltiert. Einen eigenen Eindruck von den ersten fertiggestellten Abschnitten verschaffte sich Bürgermeister Rajko Kravanja kürzlich vor Ort im Bereich der Emscherstraße.

Der Emscher-Weg ist ein rund 100 Kilometer langer Radwanderweg der Emschergenossenschaft, der mitten durch das Ruhrgebiet führt. Er verläuft von der Quelle der Emscher in Holzwickede bis zur Mündung in den Rhein bei Dinslaken und Voerde meist parallel zur Emscher – und somit auch durch Castrop-Rauxel. Hier beginnt er auf dem Stadtgebiet im Bereich des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen im Ortsteil Ickern und führt bis zum Natur- und Wasser-Erlebnis-Park „Emscherland“ an der Stadtgrenze zu Recklinghausen.

Bereits fertig asphaltiert sind auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet 1642 Meter des Emscher-Weges, darunter auch Abschnitte der Emscher-Promenade. Auf weiteren 2062 Metern ist bereits der Schwarzasphalt aufgebracht worden, diese Strecke wird zurzeit noch als Baustraße für die Renaturierung der Emscher zwischen den Emscher-Auen und der Wartburgstraße genutzt. Nach Abschluss der naturnahen Umgestaltung des Flusses in diesem Bereich gegen Herbst 2027 wird die Tragdeckschicht des Emscher-Weges erneuert und entsprechend abgestreut. Ein deutlich kleinerer Abschnitt des Emscher-Weges von nur 162 Metern Länge wird westlich der Emscher-Brücke Wartburgstraße im Zuge des dortigen Brückenneubaus asphaltiert.

„Durch das Generationenprojekt Emscher-Umbau sind in unserem Stadtgebiet idyllische Orte der Naherholung entlang des Flusses entstanden – vom Hof Emscher-Auen bis zum Emscherland-Park. Mit der Asphaltierung des Emscher-Weges, der all diese Orte miteinander verbindet, verbessert sich die Erreich- und Erfahrbarkeit der neuen Freizeitareale“, sagt Bürgermeister Rajko Kravanja.

„Unsere wasserwirtschaftlichen Maßnahmen gehen immer auch mit einer Verbesserung der Erlebbarkeit der neuen blaugrünen Gewässerlandschaften in der Emscher-Region einher. Mit dem Ausbau unserer Radwege-Infrastruktur leisten wir darüber hinaus einen Beitrag zur Förderung der Nahmobilität und des Klimaschutzes“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.


Hintergrund:


In der Vergangenheit wurden die Betriebswege der Emschergenossenschaft, die zur öffentlichen Nutzung als Rad- und Fußwege freigegeben wurden, mit einer wassergebundenen Wegedecke versehen. Diese ist jedoch sehr anfällig und pflegeintensiv, gerade auch bei wie in den vergangenen Jahren immer häufiger auftretenden stärkeren Regenereignissen und Trockenphasen. So sind die Eingriffe durch Instandhaltungsmaßnahmen nicht nur nicht-wirtschaftlich, sondern auch ein immer wiederkehrender Eingriff in die Landschaft. Die Emschergenossenschaft hat daraufhin nach Alternativen gesucht und sich für ein Verfahren entschieden, das aus dem Forstwirtschaftswegebau bekannt ist und vor allem in ländlichen Regionen dem Schutz der Wege vor Frostschäden dient, da durch die Kombination von Bitumen und Splitt eine hervorragende Rissüberbrückung stattfindet.

Die Oberflächenbehandlung wird dabei in einem zweiten Arbeitsschritt nach dem Asphaltieren aufgetragen. Sie wird aus unterschiedlichen Aspekten genutzt: Der ökologische Aspekt bezieht sich darauf, dass sich der Asphalt durch die Aufhellung nicht so stark aufheizt. Dies bietet den Vorteil, dass sich tagsüber Kleinstlebewesen und Hunde nicht die Pfoten verbrennen und sich nachts keine bzw. weniger Amphibien darauf versammeln als auf einer Schwarzdecke. Zudem schmiegt sich die farbige Oberfläche deutlich gefälliger in das Landschaftsbild. Kurzum: hell statt schwarz, natürlich statt technisch – das bedeutet eine höhere Barrierefreiheit für Tiere.
Bei einer defekten Wegedecke kann zudem auf kleinster Fläche der Schaden behoben werden, ohne einen großen Abschnitt neu herstellen zu müssen. Die raue Oberfläche stellt auch sicher, dass die Wege nicht als Rennstrecke dienen. Das Abführen von Oberflächenwasser erfolgt über die Bankette (Randstreifen neben der Fahrbahn) direkt in das anliegende Gewässer oder in den Grundwasserkörper.


Emschergenossenschaft


Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen.

Info
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV)

EMSCHERGENOSSENSCHAFT UND LIPPEVERBAND
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
www.eglv.de

 

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