Kita-Plätze sind begrenzt – damit haben viele Städte zu kämpfen. Doch es gibt Hoffnung: In einigen Stadtteilen entstehen gerade neue Plätze, so auch in der Kita Siebenstein in Obercastrop.
Die Kita Siebenstein (ehemals Kita Grüner Weg) in Obercastrop hat aufgestockt – im wahrsten Sinne des Wortes. In der oberen Etage können jetzt 45 weitere Kita-Kinder durch die Räume toben. Der geplante Ausbau der Etage ist abgeschlossen. Beispielsweise wurden Böden und Fenster erneuert und frische Lampen installiert. Wo früher Grundschulkinder gelernt haben, gibt es jetzt zwei neue Gruppenräume mit Nebenräumen, einen Motorikraum, Büros, einen Mitarbeiter-Aufenthaltsraum und neue Toiletten für die Kinder.
Im Juli 2024 gingen die Umbauarbeiten los, die rund 190.000 Euro zuzüglich Einrichtung kosteten. Die Kinder wurden während der Bauphase an anderen Standorten in Castrop-Rauxel betreut. Nach weniger als sechs Monaten war es schon geschafft: Noch vor Weihnachten konnten die bestehenden Gruppen zurückkehren, seit März sind schrittweise neue Kinder eingezogen. Künftig kann die Kita über 80 Kinder betreuen. Ein echter Lichtblick für viele Familien in Obercastrop.
Lichtblick gegen Verzweiflung
Das wird auch im Gespräch mit Kita-Leiterin Anja Benedens und Claudia Wimber, Leiterin Bereich Kinderförderung bei der Stadt, schnell deutlich. Die Zeit von begrenztem Platz war schwierig, die Zahl der Anfragen immens, erzählt Anja Benedens: „Am liebsten hätte ich allen einen Platz gegeben. Ich habe die Verzweiflung der Eltern gemerkt. Oft sind beide Elternteile heutzutage berufstätig. Die waren wirklich sehr verzweifelt, dass sie keine Perspektive hatten, einen Kita-Platz zu bekommen. Eltern, die nicht beide berufstätig sind, hatten so gut wie gar keine Chance.“
Umso größer ist jetzt die Freude, ein größeres Angebot zu haben. Auch wenn die Aufnahme teilweise nur noch für ein halbes Jahr, bis zur Einschulung, ist; die Entwicklung der Kinder ist auch in einem solch kurzen Zeitraum spürbar, vor allem im sozialen Verhalten, erklärt Benedens. Eltern melden online über den Kita-Navigator der Stadt Bedarf an. Wer wann einen Platz bekommt, ist von vielen unterschiedliche Kriterien abhängig.
Die Eingewöhnung der neuen Gruppen im Frühjahr war gleichzeitig ein kleines Abenteuer für die Kleinen: Bei einer Rallye lernten die Kinder spielerisch die neuen Räume kennen. Seit Mitte Mai gibt es auch einen tierischen Neuzugang: Kita-Hund Monty. Der wuschelige Freund steht für den Schwerpunkt „tiergestützte Pädagogik“ – einer von sieben Schwerpunkten. Monty wuselt jetzt fröhlich durch die neuen Räume. Aneinander gewöhnen ist jetzt die Devise.
Aber nicht nur die Kinder selbst profitieren von dem Ausbau: Die neuen Räume nutzen auch dem Team, zum Durchatmen zwischendurch, um in Ruhe Berichte schreiben zu können oder Eltern zu Gesprächen zu empfangen. Bis zum Kitajahr 2027/2028 sollen an vier weiteren Standorten rund 260 neue Kita-Plätze entstehen und damit eine auskömmliche Versorgung erreicht werden, darunter auch eine weitere städtische Kita im Neubaugebiet „am Wetterschacht“. Die viergruppige Kita soll möglichst im Jahr 2027 eröffnen, erklärt Claudia Wimber. Die ausgebaute Kita Siebenstein hat am 24. Mai offiziell eröffnet.
Zusätzliche Kitaplätze bis 2027/28
- Kita Siebenstein: 40
- St. Lambertus Henrichenburg: 29
- Stadtteilzentrum Merklinde: 85
- Beerenbruchviertel Ickern: 75
- Am Wetterschacht Rauxel: ca. 75
- Insgesamt: 304
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