Quartiersmanagement, integrierte Städtebauförderung und viele Akteure aus dem Stadtteil lassen das Merklinder Herz im Begegnungszentrum Harkortschule wieder kräftiger schlagen.
Brigitte Spieckermann erinnert sich noch gut an Merklinde als lebendigen Stadtteil. Viele Geschäfte und Orte des öffentlichen Lebens seien heute verschwunden, und auch die Harkortschule sollte abgerissen werden. Doch dank des Schulterschlusses von Politik, Stadt und dem Verein „Wir sind Merklinde“, zu dem auch die Castrop Rauxelerin gehört, ist die ehemalige Schule heute ein einladendes, freundliches Begegnungszentrum, in dem das Herz des Stadtteils neu schlägt.
„Hier findet Leben wieder statt“. Brigitte Spieckermann und ihr Team erwarten im 14-tägigen Kulturcafé etwa 20 Besucher. Sie kommen aus dem Umfeld, raus aus der Einsamkeit und freuen sich auf Gespräche bei Kaffee und Kuchen. Wenn Singen, Basteln oder Vorträge auf dem Programm stehen, werden es auch schon mal bis zu 80 Gäste. Ab und zu gibt es Kulturangebote – auswärts, oder hier im Gingko-Saal, benannt nach dem prächtigen Baum, den vor vielen Jahrzehnten Rektor Knoop vor die Schule gepflanzt hatte.
Angebot von A bis W
Seit Oktober ist das frisch renovierte barrierefreie Begegnungszentrum offen für alle Bürger. Auch das Team des Quartiersmanagement ist hierher umgezogen und koordiniert, begleitet, unterstützt die Entwicklung der früheren Harkortschule zum neuen lebendigen Zentrum von Merklinde. Das Vierteljahresprogramm kann schon einiges an regelmäßigen Beratungsangeboten, Workshops und Veranstaltungen aufwarten: Spielgruppen für Kinder und auch Erwachsene, Sprechstunde des Bürgervereins, die Selbsthilfegruppe „Auszeit von der Pflege“, das Jo-Mobil des Johanneswerkes, ein Immobilien-Stammtisch, Malkurse, Handarbeiten gegen Einsamkeit haben sich teils schon aus der Bürgerschaft gebildet.
der früheren Hakortschule: Daneben entsteht Castrop-Rauxels größter
Kita-Neubau für 85 Kinder. Foto: Marco Stepniak
So vielschichtig wie die Bürgerschaft des Stadtteils, so vielseitig, niederschwellig und wohnortnah soll das Angebot für alle Zielgruppen sein. Nicht nur den Bewohnern der nahen städtischen Unterkunft Harkortstraße steht Migrationsberaterin Astrid Dähnke jeden Montag im „Buchenzimmer“ für Fragen in allen Lebenslagen zur Verfügung. Ein großes Thema ist hier wie in anderen Kommunen fehlender günstiger Wohnraum für Familien, vor allem mit Migrationshintergrund.
Deshalb ist es von Vorteil, dass eine Tür weiter im „Kastanienzimmer“ Felix Schmidt von der Stadt Castrop-Rauxel Wohnungslose und Menschen berät, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. „Wir ergänzen uns gut und können Synergien nutzen.“ Die Caritas bietet monatlich ein offenes Alleinerziehenden-Café an. Sie ist es auch, die nebenan im nächsten Jahr die neue Kita eröffnen wird. Von ihr erhoffen sich alle, junge Menschen und Familien für das Begegnungszentrum gewinnen zu können.
„Hier kann sich jeder einbringen und das Leben im Stadtteil aktiv mitgestalten“.
Susanne Fasselt aus dem Team Quartiersmanagement Merklinde begleitet seit drei Jahren zusammen mit Jennifer Biskup, Serena Große-Kreul und Jana Heger die Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Merklinde (ISEK), für das die Städtebauförderung des Bundes, das Land NRW und die Stadt Castrop-Rauxel bis 2025 fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben.
Bis Jahresende soll auch der große Dorfplatz rund um den Gingko fertig sein. Brigitte Spieckermann ist stolz auf das Erreichte: „Dafür, dass hier nichts war, haben wir alle zusammen schon ganz schön viel für Merklinde geschaffen.“ Und das ist erst der Anfang.
Wittener Straße 322b
44577 Castrop-Rauxel
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