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Selbstgemacht ist doppelt lecker
Foto: Arne Pöhnert

Selbstgemacht ist doppelt lecker

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Schnitzen, Feuer machen, Zelte aufbauen – all das kann man bei den Pfadfindern des Stamms Nordlicht in Bladenhorst lernen. Und natürlich kochen und essen „Wölflinge“ und „Sipplinge“ gemeinsam.

Wer nur knappe zwei Kilometer vom Castroper Hauptbahnhof entfernt die Hafenstraße bis zum Ende durchfährt und sich dann wenige Hundert Meter zu Fuß auf den Weg macht, der befindet sich relativ schnell in einer anderen Welt. Eine Welt, in der die echten Namen abgegeben werden und Kinder und Jugendliche auf einmal „Wölflinge“ oder „Sipplinge“ sind. An diesem Ort, mitten im Castroper Holz, befindet sich das Vereinsheim der Pfadfinder vom Stamm Nordlicht.

Zwischen hochgewachsenen Gräsern liegt ein unscheinbares graues Gebäude, dessen große Veranda von Büschen gesäumt wird. Mal wird das Vereinsheim zum Schauplatz von groß angelegten Gruppenspielen, mal zum Kino oder zur Großküche.

Jeder bekommt Spitznamen

Heute verschwinden „Apollo“ und „Stuntman“ ins angrenzende Waldstück, um sich auf die Suche nach geeigneten Stöcken für ein Stockbrot zu machen. Apollo – eigentlich Theo John (11) – hat seinen Spitznamen in Anspielung auf den gleichnamigen griechischen Gott erhalten.

„Irgendwann bekommt jeder hier einen passenden Namen“, sagt der Elfjährige, dessen Spitzname auch auf seine blaue Kluft gestickt ist. Um den Hals trägt er ein blau-gelbes Halstuch, das seine Altersgruppe anzeigt. An den Farben lässt sich ablesen, ob jemand zum Beispiel sogenannter Wölfling, (Jung-)Pfadfinder oder Rover ist. Je älter die Kinder sind, desto mehr Verantwortung dürfen sie übernehmen.

Als Theo mit einem passenden Stock zurückkehrt, beginnt er gemeinsam mit den Pfadfindern Karl John und Andre Berger, die Stöcke mit Messern zu bearbeiten.

Schnitzen, Knoten, Zelten

„Wie das geht, haben wir hier beim Messerführerschein gelernt“, sagt Andre. Schnitzen, Feuer machen, Zelte aufbauen – das haben die Jungen, die sich in ihren Gruppen wöchentlich treffen, bereits gelernt. Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl stehen im Vordergrund. Mehrmals im Jahr geht es gemeinsam auf Tour, zum Beispiel in die Lüneburger Heide oder nach Spanien.

Jule Schäfer, Ben Bartsch und Max Rasmußen sind gerade damit beschäftigt, das Lagerfeuer zu entfachen. Dass das mit in Wachs getauchten Wattepads leichter brennt, haben sie hier ebenso gelernt wie das Lesen analoger Karten und das Binden von Knoten. „Ich bin schon so lange bei den Pfadfindern, ich wurde da reingeboren“, sagt Jule. Ihre Eltern haben sie bereits mitgenommen, als sie wenige Monate alt war.

Tierische Begegnungen

Sind es die gemeinsamen Singrunden oder doch die typischen Spinatnudeln, die es auf jeder Fahrt gibt, die ihr bei den Pfadfindern am besten gefallen? So ganz genau kann Jule es gar nicht sagen. Eins weiß sie aber: „Angst vor Fröschen, Kröten und Insekten sollte man besser nicht haben“, sagt die 13-Jährige und lacht.

Das bestätigt Lennart Misterek, der mit einer weiteren Gruppe Kräuterdips vorbereitet. Das Feuer knistert inzwischen schon im Hintergrund. „Bei einer Fahrt haben wir auf Planen unter freiem Himmel geschlafen und hatten dann Besuch von Wildschweinen“, erinnert er sich und vermischt Quark mit Kräutern.

Kochen mit Kilogrößen

Gemeinsam kochen – das gehört bei den Pfadfindern oft dazu. „Chilis, Currys, Suppen und Eintöpfe oder auch Tortellini sind so Klassiker“, sagt Lennart. Fast immer wird dabei mit Kiloangaben hantiert. Den großen Bottich mit Stockbrotteig holt nun eine der Pfadfinderinnen.

Wenige Minuten nachdem die Kinder ihn um ihre Stöcke gewickelt und ins Feuer gehalten haben, beißen die ersten schon vom dampfenden Brot ab. „Lecker“, sind sie sich einig – und zwar gleich doppelt, weil selbstgemacht alles einfach noch besser schmeckt.

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